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Seite 14 WISO

in dieser Arbeitsform lag bei EUR 29.925 und damit

zwar unterhalb des Tiroler Durchschnitts für Männer,

aber um knapp 30 % höher als die Einkommen der

Frauen in ganzjähriger Vollzeitarbeit (EUR 23.087).

Auch dies ist wieder ein deutlicher Hinweis darauf,

dass Männer und Frauen innerhalb der Branchen

sehr unterschiedliche berufliche Positionen einneh-

men und dadurch Einkommenschancen ungleich

verteilt werden. Dieser Thematik wenden wir uns nun

zu.

D. Die Verteilung von Männer und

Frauen über die Berufsgruppen

Der ausgeübte Beruf entscheidet wesentlich darüber,

ob gute Einkommenschancen bestehen oder nicht.

Über die Verteilung von Männern und Frauen auf die

verschiedenen Berufsgruppen gibt die Arbeitskräfte-

erhebung im Rahmen der Mikrozensusbefragungen

der Statistik Austria Auskunft. Die Berufshauptgrup-

pen bieten eine Einteilung auf einer eher groben

Ebene, liefern aber dennoch schon brauchbare Hin-

weise auf die Berufsverteilung von Männern und

Frauen. Spezifischer sind die Berufsgruppen, wel-

che eine nochmals feinere Einteilung als die Berufs-

hauptgruppen treffen. Allerdings können bei einigen

Berufsgruppen aufgrund der relativ geringen Größe

der Stichprobe keine statistisch haltbaren Fallzah-

len ausgegeben werden. Aussagekraft besitzen

sie dennoch. Denn wenn etwa bei der Gruppe der

„GeschäftsführerInnen, Vorstände, leitende Verwal-

tungsbedienstete und Angehörige gesetzgebender

Körperschaften“ das Feld mit der Anzahl der Frauen,

die derartige Positionen inne haben, von der Statistik

Austria als leer ausgewiesen wird, so kann zwar kei-

ne konkrete Anzahl abgeleitet werden, es kann aber

sicherlich der Schluss gezogen werden, dass Frauen

in diesen Positionen nur in einem sehr geringen Aus-

maß repräsentiert sind.

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Die Analyse wird in der Folge auf zwei Ebenen fort-

geführt. Zum einen wird die Verteilung der Frauen

und Männer in Tirol und Österreich über die verschie-

denen Berufsgruppen dargestellt. Zum anderen wird

die Einkommenssituation von Männern und Frauen

in den Berufsgruppen thematisiert. Dies für die Per-

sonen, welche im Jahr 2015 das ganze Jahr hindurch

in einer Vollzeitstelle tätig waren.

D.1 Führungskräfte

Den Führungskräften wird in der Diskussion um die

Gleichstellung zwischen Frauen und Männern stets

besondere Aufmerksamkeit geschenkt, sind sie doch

ein besonders sichtbares Zeichen von gelungener

Gleichstellung. In der Statistik zeigte sich aber nach

wie vor die klare männliche Dominanz in dieser Be-

rufsgruppe. Mehr als zwei Drittel der Führungskräfte

(68 %) in Österreich waren im Jahr 2015 männlich.

Dies gilt im Besonderen für den Bereich „Geschäfts-

führerInnen, Vorstände, leitende Verwaltungsbe-

dienstete und Angehörige gesetzgebender Körper-