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Nachhilfe Tirol 2017
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7.
Maßnahmen zur Reduzierung der Nachhilfe
Die Eltern wurden wieder gefragt, was aus ihrer Sicht wirklich helfen würde, um die finanzi-
ellen Belastungen durch die Nachhilfe zu reduzieren. Die aktuellen Einschätzungen und
Wünsche dazu decken sich fast völlig mit jenen des letzten Jahres.
So gut wie alle Tiroler Eltern (95 %) halten es für wichtig, dass die Lehrerinnen und Lehrer
den Unterricht unter Anwendung moderner und effizienter Unterrichtsmethoden möglichst
so gestalten, dass die Kinder den Lehrstoff auch wirklich verstehen.
Neun von zehn Eltern meinen, dass kostenlose Nachhilfeangebote bzw. ein weiterer Ausbau
derselben an den Schulen eine deutliche Reduktion der bezahlten Nachhilfe bewirken wür-
den (89 %).
Die meisten Tiroler Eltern plädieren auch dafür, in einzelnen (Haupt-)Fächern die Klassen
aufzuteilen, um in kleineren Unterrichtsgruppen zu arbeiten, in welchen man auf die einzel-
nen Kinder stärker eingehen kann (Zustimmung: 85 %).
Ebenso breiter Konsens besteht darüber, dass man die Nachhilfekosten eindämmen könnte,
indem man sich schon in den Schulen mehr Zeit zum Üben des Stoffes nimmt (Zustimmung:
85 %).
Rund sieben von zehn Tiroler Eltern gehen davon aus, dass eine intensivere schulische
Nachmittagsbetreuung mit individueller Förderung den Bedarf an einer kostenintensiven
privaten Lernhilfe verringern würde. Drei Viertel der Eltern plädieren in diesem Zusammen-
hang generell für einen Ausbau des Förderunterrichts an den Schulen.
Vier von zehn Tiroler Eltern sind davon überzeugt, dass sich dies am besten durch mehr
Ganztagsschulen mit verpflichtender Anwesenheit am Nachmittag und individueller Förde-
rung umsetzen ließe. Rund ebenso viele (44 %) glauben, dass in der Unterstufe eine Hortbe-
treuung mit individueller Förderung hilfreich wäre.
Zwei Drittel der Befragten meinen darüber hinaus, dass weniger Nachhilfe nötig wäre, wenn
die Lehrerinnen und Lehrer die Eltern und Schulkinder vor dem Eintritt bzw. Übertritt in eine
andere Schulform besser über den jeweils passenden Schultyp beraten würden.
Die folgende Grafik weist dazu die bundesweiten Nennungsanteile sowie jene in Tirol aus.
Dabei zeigt sich wieder, dass in Tirol das Votum der Eltern für eine Ganztagsschule etwas ge-
ringer als im Bundesschnitt ist. Generell halten sich die Abweichungen zu den bundesweiten
Ergebnissen bei diesen Einschätzungen aber wieder in Grenzen.