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ner angeführt und deren Schwierigkeiten als Arbeitnehmer eine Karenz gegenüber ihrem Arbeitgeber

zur rechtfertigen. Diesbezüglich erzählt ein Interviewpartner:

„Das mit der Karenz, das haben wir uns ein bisschen durchgerechnet, aber wir kommen einfach, aufgrund der

finanziellen Situation, wo ich dann sage, wenn die Frau arbeiten gehen würde, und, auch wenn es dann mehr

Unterstützung geben würde, (...) finanzieller Art, von staatlicher Seite, ist es dann trotzdem eigentlich so, dass

wir besser dran sind, wenn ich arbeiten gehe.“

Trotz der überwiegend traditionellen Vorstellungen und Familienpraktiken, betonen berufstätige

Mütter die Bedeutung ihrer Erwerbstätigkeit für sich selbst und das nicht nur in finanzieller Hinsicht

oder bezüglich ihrer weniger starken Abhängigkeit vom Partner. Interviewpartnerinnen heben her-

vor:

„Also irgendwia so a Aufgob braucht ma schun, weil wenn ma nur dahoam, nur Haushalt, nur Kinder. Man muas

schun wos onders a denken.“

„I kunnt mirs a gor net vorstellen, dass i (.) jetz jeden Tog zuhaus bin, also i brauch des irgendwie, dass i a mol

irgendwos ondres denk und ondre Sätze bilde als i des jetz mit meine Zwoa- und Vierjährige gmocht hob.“

In den Interviews wurde erwähnt, dass der Wiedereinstieg von (überwiegend) Müttern nach der

Karenz einen teils sehr hohen Organisationsaufwand bezüglich der Arbeits- und Kinderbetreuungszei-

ten bedeutet. Insbesondere schwierig ist dies, wenn Arbeitszeiten von jenen der Öffnungszeiten von

Kinderbetreuungsstätten abweichen. Daher stellt sich die Frage, wann die befragten Personen arbei-

ten. Eine Gegenüberstellung der Arbeitszeiten zeigt keine großen Differenzen nach Geschlecht, aller-

dings wird ersichtlich, dass über ein Viertel der Berufstätigen auch am Wochenende arbeitet, 13%

der Frauen sowie 16% der Männer abends, 6% der Frauen sowie 8% der Männer nachts und 6% der

Frauen sowie 7% der Männer in Schichten – das sind Arbeitszeiten, die eine informell organisierte

Kinderbetreuung erfordern, da formal organisierte Kinderbetreuungsstätten diese Zeiten im Regelfall

nicht abdecken.

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Betreuungsorganisation an Wochenenden, Schließtagen und im Krankheitsfall

Nachdem ersichtlich wurde, dass Erziehungsberechtigte zu über einem Viertel auch am Wochenende

berufstätig sind und demnach entweder der Partner oder die Partnerin die Kinderbetreuung über-

nimmt oder aber eine andere informelle Lösung gefunden werden muss, stellt sich die Frage, ob die

Organisation der Kinderbetreuung an Wochenenden Schwierigkeiten bereitet. Für ihre gegenwärtige

Situation geben 91% der Befragten an, „selten“ oder „nie“ Schwierigkeiten mit der Betreuungsorga-

nisation an Wochenenden zu haben, während 9% angeben „immer“ oder „oft“ damit Probleme zu

haben.

91,5%

25,7%

12,9%

5,7%

6,1%

92,0%

27,2%

16,1%

8,1%

7,4%

WE R K T AG S WO C H E N E ND E A B E ND S

NA C H T S S C H I C H T A R B E I T

WER ARBEITET WANN?

Frauen Männer