

Quantitative Analyse
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Modells auf drei Jahre erweitert (maximale Länge des Bezugs) und angenommen, dass die Bezieher
jeweils die maximale mögliche Länge des Bezuges wählen (d.h. in der Variante 30+6 36 Monate, in
der Variante 20+4 24 Monate usw.). Im Rahmen der Simulationen wird für jede Variante das im
Zeitraum von drei Jahren nach Geburt eines Kindes maximal zu beziehende Kinderbetreuungsgeld
verwendet
37
.
Zweitens liegen keine Daten darüber vor, welche bzw. mit welcher Wahrscheinlichkeit welche
der verschiedenen Varianten des Kinderbetreuungsgeldes potenzielle Bezieher wählen. Daher wurde
für die Simulation folgende Vorgehensweise gewählt. Im Basisszenario wird kein
Kinderbetreuungsgeld ausbezahlt. Zusätzlich gibt es vier Simulationsszenarien, die die vier
verschiedenen wählbaren Längen des Bezugs repräsentieren. Dabei wird in jedem der vier Szenarien
angenommen, dass jeder potenziellen Bezieherin und jedem potenziellen Bezieher
Kinderbetreuungsgeld gemäß der in diesem Szenario betrachteten Variante ausbezahlt wird. Die
Variante 12+2 pauschal sowie 12+2 wird dabei zusammengefasst, wobei jeder potenziellen
Bezieherin das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld dann ausbezahlt wird, wenn die
ausbezahlte Summe höher ist als bei der Pauschalvariante.
Weiterhin ist anzumerken, dass durch die im Folgenden diskutierten Simulationen monetäre
Effekte sowie die Effekte des Nutzens der Freizeit auf das individuelle Arbeitsangebot berücksichtigt
werden. Nicht berücksichtigt werden können hingegen weitere Umstände, die ein Arbeitsangebot
beispielsweise verunmöglichen (z.B. mangelnde Verfügbarkeit von Kinderbetreuungseinrichtungen
bzw. Kinderbetreuung durch Verwandte).
3.6.2.1. Intensive Arbeitsangebotveränderungen
Intensive Arbeitsangebotsveränderungen betreffen das Stundenausmaß.
Tabelle 4
zeigt die
durchschnittliche Veränderung des Stundenausmaßes für Mütter in Paaren, Väter in Paaren sowie
alleinerziehende Mütter
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, die zum Bezug von Kinderbetreuungsgeld berechtigt sind, im
Betrachtungszeitraum von drei Jahren, wenn ausgehend von einem Szenario ohne
Kinderbetreuungsgeld jeweils eine der hier betrachteten Varianten eingeführt wird. Wie bereits
erwähnt können dabei monetäre Effekte sowie Effekte des Freizeitnutzens (auch unter
Berücksichtigung des Alters der Kinder) berücksichtigt werden.
Wie ersichtlich, würde unter derartigen Voraussetzungen eine Einführung der Variante 30+6 im
Zeitraum von drei Jahren zu einem Rückgang des Stundenausmaßes von insgesamt 2,3% führen. Der
stärkste Rückgang wäre bei Müttern in Paaren zu erwarten (-3,7%), während der Effekt auf Väter in
Paaren insignifikant wäre. Für alleinerziehende Mütter ist die errechnete Veränderung des
Stundenausmaßes sogar positiv
39
.
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Wäre die Betrachtungsbasis z.B. nur ein Jahr, so würde die Analyse vernachlässigen, dass z.B. bei der
Variante 30+6 auch nach Ablauf des Jahres noch Kinderbetreuungsgeld ausbezahlt wird.
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In den Daten befindet sich lediglich eine Beobachtung eines alleinerziehenden Vaters, der zum Bezug des
Kinderbetreuungsgeldes berechtigt ist. Die Darstellung der Effekte kann daher aufgrund mangelnder
Beobachtungszahl nicht erfolgen.
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Anzumerken ist hierbei allerdings, dass zu vermuten ist, dass die im Rahmen der Simulation nicht
berücksichtigten Effekte (z.B. mangelnde Verfügbarkeit von Kinderbetreuungseinrichtungen bzw.
Kinderbetreuung durch Verwandte) hier in besonders hohem Ausmaß zutreffen.